Rosa Turm:
Wahrnehmen und Erkennen
verschiedener Dimensionen
Biographie Maria Montessori
Die Montessori Pädagogik wurde von Maria Montessori ins Leben gerufen. Sie wurde 1870 in Italien geboren und war ein Mädchen aus gutbürgerlichem, christlichem Haus. Mit viel Durchsetzungsvermögen erkämpfte sie sich ein Medizinstudium und wurde die erste Ärztin Italiens. Sie zeigte starkes Engagement für die Frauenrechte sowie allgemein für die Achtung der Persönlichkeitsrechte eines jeden Menschen. In einem Krankenhaus, auf der psychiatrischen Station, arbeitete Maria mit angeblich schwachsinnigen Kindern, wobei sie im Laufe der Therapie feststellen konnte, dass diese Kinder nicht schwachsinnig waren, sondern ihnen bislang lediglich jegliche Förderung gefehlt hatte. Maria Montessori entwickelte spezielle Arbeitsmaterialien, um die Kinder zu fördern, die Ursprünge des heutigen "Sinnesmaterial". Maria Montessori gründete 1907 in San Lorenzo, einem Armenviertel von Rom, das erste Kinderhaus Casa dei Bambini. Die Kinder lernten hier mit großem Erfolg und Montessori's Vorstellung von Bildung verwirklichte sich erstmals. Sie entwickelte aufgrund ihrer pädagogischen Beobachtungen das Lernmaterial und die Grundsätze der Montessori Pädagogik. Für die damalige Zeit revolutionierte sie die Erziehung, weil sie die Achtung vor dem Kind in den Mittelpunkt stellte. Den Ausspruch eines Kindes machte sie zu ihrem wichtigsten Leitsatz. Er spiegelt wieder welche Haltung der Erzieher gegenüber dem Kind zeigt. "Hilf mir es selbst zu tun!" Maria Montessori schrieb viele Bücher, hielt Vorträge auf der ganzen Welt und gründet 1926 in Österreich das erste Montessori Institut. Durch ihre großen Erfolge in der Pädagogik erhielt sie viel Anerkennung auf internationaler Ebene und wurde mehrmals für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Maria Montessori entwickelte ihr Konzept ursprünglich als Ärztin, später als Pädagogin und Naturwissenschaftlerin und arbeitete und verbesserte es bis sie 1952 im Alter von 82 Jahren in Holland starb. Mittlerweile hat sich ihre Methode auf der ganzen Welt verbreitet. Allein in Deutschland gibt es ca. 950 Einrichtungen die rein nach Montessori Pädagogik arbeiten. Ihre damaligen Erkenntnisse werden von der aktuellen Hirnforschung bestätigt und so haben mittlerweile zahlreiche Einrichtungen Teile der Montessori Pädagogik in ihre Konzeption mit aufgenommen.
Die Prinzipien der Montessori Pädagogik
Die Montessori Pädagogik ist ein Erziehungsstil, der sich unmittelbar am Kind orientiert und konsequent seine Bedürfnisse berücksichtigt.
- Sie respektiert das Kind als Persönlichkeit und hilft ihm selbstständig zu denken und zu handeln.
- Sie lässt dem Kind Entscheidungsfreiheit und Mitbestimmung innerhalb klar vorgegebener Grenzen.
- Sie ist eine Pädagogik, die die Kinder durch eine vorbereitete Umgebung mit Aufforderungscharakter aktiviert und motiviert.
- Sie erzieht zur Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit. "Hilf mir es selbst zu tun!" M.M.
- Sie befürwortet die Arbeit in altersgemischten Gruppen, die zu mehr Toleranz und Hilfsbereitschaft untereinander führt.
- Sie glaubt an die sensiblen Phasen die jedes Kind individuell durchläuft. Das sind Zeiten mit bestimmter hoher Lernbereitschaft, in denen das Kind mit Leichtigkeit und extremen Ehrgeiz und Konzentration etwas erlernt. Wie z.B. laufen, schreiben lernen.
- Die von ihr entwickelten Montessori Materialien unterstützen das Kind in diesen Abschnitten und verhelfen ihm, sich neue Fertigkeiten und Wissen anzueignen.
- In der Montessori Pädagogik ist es die Aufgabe des Erwachsenen das Kind zu beobachten, die verschiedenen Entwicklungsphasen zu erkennen und ihm Anregung und Hilfestellung zu bieten.







